„Am 21. Mai 1848 vom Blitz entzündet, brannte nieder, mein Leben lang bewohntes Haus ganz von Grunde aus aber durch Gottes Hilfe und Menschen Hand kam dieses neue Haus zu Stand - Erbaut von Franz Maul„
So steht es auf der Inschrifttafel am Giebel des denkmalgeschützten Bauernhauses geschrieben, als wir es in der Denkmalbörse des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege entdecken. Historisch ein Einfirsthof mit Tenne, zweigeschossig mit mittelsteilem Satteldach, Putzgliederung und Sterntüren, 50 Jahre lang unbewohnt.
Ein denkmalpflegerisches Vorprojekt klärte vor dem Kauf den Zustand des Gebäudes. Erforderliche Sanierungsmaßnahmen, mögliche Nutzungsszenarien und Fördermöglichkeiten wurde geprüft.
Neben der denkmalgerechten Instandsetzung sollte eine energetische Sanierung und die Aufteilung in zwei Wohneinheiten erfolgen. Hierfür gab es finanzielle Unterstützung durch Fördermittel des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, der Bayerischen Landesstiftung und des Bezirk Oberbayern. Als Effizienzhaus Denkmal wurde die Sanierung von der KfW gefördert. Für die Nutzbarmachung des Denkmals sind steuerliche Abschreibungen der Sanierungskosten im Rahmen der Denkmal AfA möglich.
Um das Erscheinungsbild des Hauses nicht zu verändern und das beheizte Volumen auf das nötige Mass zu beschränken, sollte das Dach kalt bleiben. Gezielte Verbesserungen von Bauteilen wie die Wärmedämmung des Erdgeschossfussbodens, der obersten Geschossdecke und die energetische Verbesserung der teils bauzeitlichen Fenster halfen, den Energiebedarf zu reduzieren.
Zur Wärmerzeugung und Temperierung des Hauses kommt eine Luft-Wasserwärmepumpe zum Einsatz. Im Erdgeschoss sorgt eine Wandheizung für die Grundtemperierung, in den Obergeschossen wurden Heizkörper verbaut. Warmwasser wird mit elektrischen Durchlauferhitzern bereitgestellt.
Bei den Baustoffen wurde Wert auf einfache, natürliche Materialien gelegt. Sämtliche Mörtel, egal ob zum Mauern, Verputzen oder für den Sichtestrich, wurden mit Kalk und Sand selbst hergestellt.
Erhalt und Wiederverwendung vorhandener Materialien und Bauteile hatte Priorität. Putze wurden größtenteils erhalten, Böden, Fenster, Türen instandgesetzt. Wände wurden eigenhändig mit aus Kalk und Sand hergestelltem Mörtel verputzt, Wand- und Deckenflächen sowie Fassaden mit Sumpfkalk gestrichen.
Historische Dielenböden wurden in Eigenleistung ausgebaut, aufgearbeitet und wiederverwendet, Innentüren repariert und wie die Fenster mit Leinölfarbe gestrichen. Altes wurde erhalten, neue Bauteile immer modern und erkennbar neu gestaltet.
Um erneute Setzungen zu vermeiden, wurden die bestehenden Fundamente nicht unterfangen, sondern zur besseren Lastverteilung verbreitert. Für die neuen Bodenaufbauten im Erdgeschoss wurde wärmedämmender, kapillarbrechender Glasschaumschotter verwendet. Darauf, in Küche und Bad, ein Nutzestrich mit naürlich hydraulischem Kalk als Bindemittel, ohne Einsatz von Folien.